So sichern sich E-Auto-Besitzer eine jährliche THG-Prämie THG-Quote verkaufen und THG-Prämie erhalten: Anbieter-Vergleich

Einen hohen Einfluss auf eine schlechte Klimabilanz haben besonders schädliche Treibhausgase. Wer sich für ein Elektroauto entscheiden, kann sich beim Kauf über zahlreiche Förderungen freuen. Doch auch, wenn man bereits ein Elektroauto besitzt, schonen Fahrzeughalter nicht nur das Klima, sondern können außerdem am Zertifikathandel teilnehmen und Geld verdienen. Wir erklären, was die THG-Quote ist, wer THG-Prämien erhalten kann und wie hoch die Auszahlung von verschiedenen Anbietern ist.

Wir erklären, wie E-Auto-Besitzer durch die THG-Quote Geld verdienen können

THG-Quote – das Wichtigste in Kürze

  • THG-Quote: Das THG steht für „Treibhausgasemissionen“. Die festgelegte Treibhausgasminderungsquote ist ein Versuch, klimaschädliche Gase zu reduzieren, wie CO2. Das betrifft besonders Mineralölkonzerne, die sich an bestimmte Werte halten müssen.
  • Elektroauto anrechnen lassen: Auch durch den Verkehr entstehen zu viele Treibhausgase. Unternehmen können durch das Anrechnen von Elektroautos die THG-Quote mindern. Der Grund: Wer ein Elektroauto besitzt, vermeidet Treibhausgase, die z. B. durch Benziner entstehen.
  • THG-Prämie: Flottenbetreiber, aber auch private Besitzer eines Elektroautos können davon profitieren. Anbieter vergeben Prämien zwischen 250 bis 360 Euro jährlich (Stand: 11/2021). Bis zum Jahr 2030 sollen diese Beträge noch steigen. Jene Anbieter verkaufen die gesammelten Zertifikate des Umweltbundesamtes über Elektrofahrzeuge und eingespartes CO2 an große Unternehmen, die so die THG-Quote erfüllen und einen Ausgleich zu ausgestoßenen Schadstoffen schaffen.

Als E-Auto Besitzer THG-Prämie erhalten – so geht’s

Besitzer können durch die THG-Quote ganz einfach mit ihrem E-Auto Geld verdienen. Dafür müssen sie ihr Fahrzeug in wenigen Schritten bei Prämien-Anbietern registrieren. Wichtig ist allerdings, dass es sich hierbei um ein reines Elektroauto handelt. Plug-in-Hybride sind leider von der Prämie ausgeschlossen (Stand: 11/2021).

Vermittlungsplattformen verfahren alle ähnlich:

  1. Besitzer eines reinen Elektrofahrzeugs profitieren von der THG-Prämie und können sich bei Anbietern registrieren.
  2. Per Fahrzeugschein nachweisen, dass man der Fahrzeughalter ist. Jenen bei der Vermittlungsplattform einreichen. Meist genügt ein Foto, das mit dem Smartphone aufgenommen wurde, um sich für die Prämie zu registrieren.
  3. Der Anbieter reicht die Unterlagen beim Umweltbundesamt ein. Der Gesetzgeber stellt daraufhin ein Zertifikat über die eingesparten Emissionen aus. Nach der Prüfung ist klar, ob die Prämie für das Fahrzeug gewährt wird oder nicht.
  4. Die Anbieter sammelt weitere Zertifikate von mehreren E-Auto Besitzern und verkaufen die Nachweise an Firmen, die sich in Deutschland an die Treibhausgasminderungsquote halten müssen. Fossile Energie wird so teurer und Elektromobilität gefördert.
  5. Der Elektroauto Besitzer erhält seine jährliche Prämie nach dem Verkauf der Zertifikate an Unternehmen. Die Auszahlung variiert zwischen 250 bis 360 Euro (Stand: 11/2021).
  6. Wer Freunde für das Programm wirbt, die ebenfalls ein E-Auto besitzen, kann je nach Vermittlungsplattform und Anbieter weitere Zuschüsse erhalten. Pro beworbene weitere Anmeldung können Interessierte zwischen etwa 25 bis 50 Euro erhalten.

Anbieter von E-Auto Prämien für THG-Quote im Vergleich

Wir zeigen einige Anbieter bzw. Vermittlungsplattformen, bei denen Privatnutzer sich für ihr E-Auto eine jährliche THG-Prämien sichern können. Das Gesetz gilt seit 1. Januar 2022, da die Prämie je nach Anbieter erst nach einigen Wochen ausgezahlt werden kann und abhängig davon ist, wie hoch die einbehaltene Provision der Anbieter ist, gibt es Unterschiede bei der Angabe der Prämien-Höhe. Die Beträge variieren zwischen mindestens 250 Euro bis zu über 400 Euro (Stand: 01/2022). Bei einer gelisteten Plattform ist es zudem relevant, ob man auch Stromkunde beim Anbieter ist.

Anbieter

Prämie

Prämie-Optionen

Carbonify

352 Euro

82,5 Prozent der tatsächlichen THG-Quote

Emobia

276 oder 400 Euro

Tipp: Mit dem Gutscheincode emobia55 erhöhen Nutzer bei der Flex-Option die Prämie um weitere 55 Euro, wenn sich Interessierte drei Jahre an den Vermittler binden.

Wahl zwischen fixen Fest-Erlös oder Flex-Option zum Bestpreis

Fairnergy

275 Euro

garantiert

Geld für E-Auto

300 Euro

garantiert

M3E

305 Euro

garantiert

Maingau Energie

260 Euro

Nur für E-Auto-Besitzer, die auch Stromkunde der Maingau Energie sind

Quotlix

300 Euro

garantiert

Smartificate

regulär 250 Euro, Neujahrsaktion 300 Euro

garantiert

LOWAGO

310 Euro

garantiert

The Mobility House

250 Euro, bei zusätzlichem Kauf einer Wallbox 300 Euro

garantiert

Elektrovorteil

354 Euro

Theoretische Auszahlung gemäß aktuellem Marktpreis und Provisionsabzug von 15 Prozent

enercity

250 Euro

garantiert

Energy Market Solutions

265 Euro

garantiert

GP JOULE CONNECT

bis zu 360 Euro

von Marktwert abhängig

Green Income

250 Euro

garantiert

Polarstern Energie

250 Euro

garantiert

1KOMMA5°

Beim Wechsel zu 1KOMMA5 erhalten E-Auto-Besitzer den 1KOMMA5°Mobility Bonus und damit kostenlosen grünen Strom für ihr Zertifikat

Leistung bisher nur vormerkbar (Stand: 01/2022)

co2.auto275 Eurogarantiert
wirkaufendeinzertifikat.de

200 Euro bei Auszahlung in 24 Std.

275 Euro bei Auszahlung in 12 Wochen

garantiert, Besonderheit, dass optional auch Auszahlung in 24 Std. möglich ist

Was ist die THG-Quote?

Unternehmen, die durch Kraftstoffverkauf viele klimaschädliche Treibhausgasemissionen produzieren, müssen diese reduzieren oder ausgleichen. Die gesetzliche Maßnahme soll ein Ziel für mehr Klimaschutz sein und schädliche Gase, wie zum Beispiel Kohlenstoffdioxid, minimieren.

Die THG-Quote steht für die Treibhausgasminderungsquote. Unternehmen dürfen nur bestimmte Grenzen erreichen, ohne dass Strafzahlungen fällig werden. Der Gesetzesgeber, genauer das Umweltbundesamt, erlaubt Unternehmen allerdings auch, ihre Emissionen durch den Ankauf von Zertifikaten auszugleichen. Ziel ist es, die Emissionen insgesamt zu senken.

Durch diese Maßnahme fördern beispielswiese Ölkonzerne gleichzeitig auch Elektromobilität, da die THG-Prämie einer von vielen Anreizen sein kann, auf Elektromobilität umzusteigen. Zudem sind beispielsweise Tankstellenbetreiber gezwungen, elektrische Ladestationen auszubauen, um die Quote zu erfüllen.  Am THG-Quotenhandel nehmen Unternehmen teil, welche Kraftstoff verkaufen.

Was ist das Ziel der THG-Quote?

Die THG-Quote (Treibhausgasquote) hat zum Ziel, schädliche Treibhausgase zu reduzieren. Die Quotenverpflichtung gilt für Unternehmen, die die Emissionen der von ihnen in Verkehr gebrachten Kraftstoffe minimieren oder ausgleichen müssen. Das sind vornehmlich Unternehmen, die Diesel oder Benzin verkaufen. Die dadurch entstehenden Treibhausgase sollen kompensiert werden. Die Quote wird prozentual festgelegt und steigt mit jedem Jahr.

Rund ein Fünftel der CO2-Emissionen ist auf den Verkehrssektor zurückzuführen. Im Sinne des Klimaschutzes soll sich der Ausstoß an Emissionen bis 2030 in diesem Bereich nur noch auf jährlich 85 Millionen Tonnen belaufen. Das entspricht etwa der Hälfte im Vergleich zum Wert von 1990. Neben Maßnahmen wie CO2-Limits, KfZ-Steuer oder Umweltboni soll die Treibhausgasminderungsquote ein weiteres Mittel zum Erreichen der Ziele sein.

Die Quote der Emissionen, die Mineralölunternehmen reduzieren oder ausgleichen müssen, liegt bei 6 Prozent, soll aber bis 2030 auf bis zu 25 Prozent ansteigen. Wird die Quote nicht eingehalten, werden Unternehmen zur Kasse gebeten. Strafzahlungen liegen pro Tonne bei 600 Euro.

Weitere Ziele der THG-Quote sind z. B, dass das Verkehrsaufkommen reduziert wird, emissionsärmere Verkehrsmittel vermehrt und der Umstieg auf klimaschonende Antriebsarten gefördert werden.

Ab wann erhalten E-Auto Besitzer die THG-Prämie?

Ab 2022 können Plattformen die eingesparten Emissionen verkaufen. Daher ist eine erste Auszahlung der Prämie an registrierte E-Auto Besitzer voraussichtlich bereits ab Januar 2022 möglich. Einige Vermittlungsplattformen rechnen jedoch für die Bearbeitung und den Verkauf mit etwa zwei Monaten, sodass eine mögliche Auszahlung für März 2022 vermutet wird.

Damit E-Auto-Besitzer die Prämie jährlich erhalten, müssen sie immer wieder erneut den Fahrzeugschein einreichen, um nachzuweisen, dass sie weiterhin der Halter des Elektrofahrzeugs sind. Wird das E-Auto innerhalb des Jahres nach Erhalt der Prämie verkauft, muss die Auszahlung nicht prozentual zurückgegeben werden, da es sich um einen pauschalen Betrag handelt.

Bei einem Gebrauchtwagen ist relevant, ob der vorige Halter die Prämie bereits für das Jahr beantragt hat. In diesem Fall kann der aktuelle Fahrzeughalter erst für das kommende Jahr die THG-Prämie beantragen.

Was ist für die THG-Prämie nötig?

Interessierte an der THG-Prämie müssen lediglich vorweisen, dass sie Besitzer eines reinen Elektrofahrzeugs sind. Dafür müssen sie bei einem Anbieter ihre Kontaktdaten und ggf. ein Nutzerkonto anlegen, sowie den Fahrzeugschein einreichen. Dabei genügt eine eingescannte Ausführung oder sogar ein Foto via Smartphone. Der Prämien-Anbieter reicht dann die Informationen beim Umweltbundesamt ein, das überprüft, ob das Fahrzeug für die Prämie berechtig ist und schätzt eine CO2-Einsparung.

Ist dieser Prozess erfolgreich, kann die Vermittlungsplattform das Zertifikat an Unternehmen verkaufen, die die THG-Quote erfüllen müssen. Nach Kaufabschluss erhalten Besitzer eines E-Autos die THG-Prämie, die bei etwa 250 Euro oder mehr liegt (Stand: 11/2021).

Seit wann können auch private E-Auto-Besitzer eine THG-Prämie erhalten?

Was vormals lediglich Flottenbetreibern vorbehalten war, kommt nun auch privaten E-Auto-Besitzern zugute. Eingesparte Mengen an CO2 können private E-Auto-Besitzer mit Hilfe von Vermittlungsplattformen am Markt anbieten. Der Vorteil: Die Plattformen dienen als Schnittstelle zwischen privater Person und Ölbetrieben und bündeln die CO2-Einsparungen von mehreren E-Auto-Besitzern und verkaufen diese an Mineralölunternehmen und Co. Die eingesparte CO2-Menge eines Elektrofahrzeugs wird mit etwa 2.000 kWh pro Jahr angerechnet.

Vermittlungsplattformen übernehmen Schritte, die private E-Autobesitzer und Unternehmen in Alleinarbeit zu aufwändig wären oder sich nicht rentieren würden. Denn eine Einzelperson geht weniger auf Betreiber zu und große Unternehmen vermeiden den Aufwand, Einzelpersonen anzusprechen, um CO2 Einsparungen zu sammeln. Daher haben Plattformen die Aufgabe übernommen, Zertifikate über die Emissionsersparnis zu handeln. Da mehrere Zertifikate eingereicht und verkauft werden, erzielen Vermittlungsplattformen Großhandelspreise. Praktisch, da der Ertrag damit für die einzelnen E-Auto Besitzer höher ausfällt als in Alleinarbeit.

Wie hoch ist die THG-Prämie für E-Auto Halter?

Die THG-Prämie liegt zwischen 250 und 360 Euro. Wie hoch sie tatsächlich ausfällt, ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Beispielsweise hält sich jede Vermittlungsplattform frei, wie viel sie vom Verkauf der eingesparten Emissionen in Form von Zertifikaten selbst als Art Provision behält. Zudem tritt das Gesetz, dass auch private CO2 Einsparungen durch ein E-Fahrzeug als THG-Quote verkauft werden dürfen, erst ab 1. Januar 2022 in Kraft (Stand: 11/2021).

Außerdem variiert der Betrag je nach Fahrzeug, da die Einsparung von CO2 unterschiedlich ausfallen kann. Zudem soll die Prämie im Laufe der Jahre ansteigen und ist daher nicht fix festlegbar. Ein großer Aspekt ist auch die Entwicklung am THG-Quotenmarkt und wie hoch der THG-Quotenpreis ist. Dabei gilt wie üblich das Angebot und die Nachfrage. Aktuell liegt die THG-Quote zwischen 250 und 350 Euro, kann aber auch höher ausfallen und z. B. 385 Euro pro E-Auto betragen (Stand: 11/2021).

Sind Vermittlungsplattformen für E-Auto Besitzer kostenlos?

Ja, die Nutzung von Vermittlungsplattformen ist kostenlos. Jedoch finanzieren sich Anbieter durch einen prozentualen Anteil des erzielten Gewinns nach dem Verkauf der THG-Quote an Mineralölunternehmen.

Die meisten Vermittlungsplattformen gehen damit allerdings sehr transparent um und kommunizieren, wie viel Prozent der Prämie sie an den Einzelbesitzer des E-Autos weitergeben. So können jene ihren maximalen Gewinn aus dem Verkauf abschätzen und vor der Entscheidung für einen Anbieter, verschiedene Vermittlungsplattformen vergleichen. Anbieter smartificate nennt beispielsweise 75 Prozent, die er an den E-Auto Besitzer nach dem Verkauf weitergibt (Stand: 11/2021).

 

Muss die THG-Prämie versteuert werden?

In der Regel zählen Prämien zu „Einkünfte aus sonstigen Leistungen“ und sind steuerfrei. Die Freigrenze ist dabei auf 255 Euro festgesetzt. Im Gegensatz zu einem Freibetrag, ist ein Gewinn von über 255 Euro voll steuerpflichtig. Da es sich hierbei jedoch um eine Auszahlung handelt, die erst ab dem 1. Januar 2022 für private E-Auto Besitzer möglich ist, raten wir allerdings dazu, im speziellen Fall der THG-Quote einen Steuerberater in dieser Sache zu befragen.

 

Melanie Baumann

Melanie Baumann gehört als Kind der 90er zum festen Bestandteil der Second-Screen-Gesellschaft. Aufgewachsen mit Handys, bei denen die Internetnutzung noch nicht zum Standard gehörte, ist sie heute begeistert von der überall verfügbaren Onlinewelt.

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