Was bringt ein 300 Watt Solarmodul und was die 600 Watt Variante? Balkonkraftwerk 300 oder 600 Watt – was ist besser?

Ein Balkonkraftwerk ist eine clevere Lösung, um auf kleinstem Raum umweltfreundlich Energie zu gewinnen. Die übliche Leistung einer solchen Mini-Solaranlage liegt dabei zwischen 300 und 600 Watt, denn in diesem Bereich sind Installation und Betrieb besonders einfach. Wir stellen beide Optionen vor und erklären, für wen sich welche Lösung am besten eignet.

Bei Balkonkraftwerken handelt es sich um Mini-Solaranlagen für private Nutzer

Welche Leistung sollte ein Balkonkraftwerk haben?

Mit einem 600 Watt Balkonkraftwerk kann auch an weniger sonnigen Tagen ausreichend Energie erzeugt werden, um die Grundlast eines privaten Haushaltes zu decken. Für Single-Haushalte reicht dagegen oft schon eine 300  bis 400 Watt-Anlage aus.

Wichtig: In Deutschland gilt aktuell die Regelung, dass der Wechselrichter einer Mini-PV-Anlage maximal nur 600 Watt ins Hausnetz einspeisen darf und überschüssigen Strom gegebenenfalls drosseln muss. Trotzdem macht es Sinn etwas stärkere PV-Module zu kaufen, weil so auch bei trübem Wetter das vorhandene Licht gut ausgenutzt werden kann.

Was bringt ein 300 Watt Solarmodul?

Da Hersteller als Maximalleistung meist Wattpeak Werte angeben, die nur unter idealen Bedingungen zu erreichen sind, erzeugen 300 Watt Mini-Solaranlagen auch bei einem sonnigen Aufstellungsort meist nur Höchstwerte von etwa 220 bis 290 kWh Strom pro Jahr.

Bei einem Strompreis von 37,5 Cent/kWh wäre gemäß dem Rechenweg 250 kWh/Jahr x 0,375 Euro eine Ersparnis von rund 94 Euro pro Jahr möglich. (Stand: 03/2023)

Bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren würde ein Balkonkraftwerk mit 250 kWh Jahresertrag somit z. B. insgesamt 5.000 kWh Ökostrom produzieren.

Mini-Solaranlagen mit Schuko-Stecker lassen sich ohne die Hilfe eines Profis montieren

Was bringt ein 600 Watt Solarmodul?

Je nach Balkonkraftwerk Standort und Wirkungsgrad des Moduls kann eine 600 Watt Mini-Solaranlage etwa 550 bis 800 kWh Strom pro Jahr erzeugen. Wenn man von einem Durchschnittswert von 700 kWh ausgeht und diesen auf 20 Jahre hochrechnet, sind so 14.000 kWh Ertrag möglich.

Ausgehend von 700 kWh Stromertrag und einem Strompreis von 37,5 Cent/kWh wären hier sogar rund 262 Euro Ersparnis pro Jahr möglich. (Stand: 03/2023)

Balkonkraftwerke sind grundsätzlich auch für Mieter geeignet, die nur wenig Platz haben

Kann ich auch ein 800 Watt Balkonkraftwerk betreiben?

Wer sich über Balkonkraftwerke informiert, stößt immer häufiger auf 800 Watt Lösungen, die noch mehr Leistung versprechen. Das liegt daran, dass Europa vor einiger Zeit mit der Regulation for Generators (RFG) eine Mini-Solaranlagen Bagatellgrenze bis 800 Watt eingeführt hat, um bürokratische Hürden zu verringern.

Während also z. B. Balkonkraftwerke in Österreich bereits 800 Watt erzeugen dürfen, gilt in Deutschland leider immer noch die Beschränkung auf 600 Watt.

Doch zum Glück spricht sich auch die renommierte VDE als eine der größten Technologie-Organisationen Europas inzwischen dafür aus, die EU-Regelung zu übernehmen, sodass Anlagen bis 800 Watt nicht mehr als „netzrelevant“ angesehen werden. Aus diesem Grund ist von einer baldigen Vereinfachung der Anmelde- und Nutzungsregelungen auszugehen.

Es kann sich also lohnen, bereits jetzt nach Balkonkraftwerk Komplettsets mit mehr Leistung Ausschau zu halten.

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homeandsmart Redaktion Mariella Wendel

Mariella Wendel ist eine erfahrene Redakteurin bei homeandsmart GmbH und eine langjährige Smart Home Expertin. Ihre Schwerpunkte liegen auf Sprachassistenten, Balkonkraftwerken und Mährobotern. Mariella ist auch erfolgreiche Buchautorin und hat einen Masterabschluss in Germanistik. 

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