Wohnung vor Einbruch schützen – so funktioniert K-EINBRUCH K-EINBRUCH-Level – wie das Sicherheits-Label der Polizei hilft

Das neue Sicherheits-Label-System K-EINBRUCH-Level hilft Verbrauchern, sich innerhalb des Angebots an Sicherheitsprodukten einfacher zu orientieren. Wir erklären, was die Sicherheits-Level A, B und C bedeuten. Außerdem verraten wir, mit welchen von der Polizei empfohlenen Nachrüstlösungen jeder Bewohner sein Zuhause vor Einbruch schützen kann.

Mit Sicherheitsprodukten, die dem K-EINBRUCH-Level B entsprechen, lassen sich z. B. Türen wirksam mechanisch verstärken

Fazit zum K-EINBRUCH Label-System der Polizei für mehr Einbruchschutz

Für das Jahr 2020 erfasste die bundesweite Kriminalstatistik der Polizei insgesamt 75.023 Wohnungseinbrüche, inklusive Versuche. Die Aufklärungsquote lag bei 17,6 Prozent. Zusätzlich wurden 96.188 Diebstähle aus Kellern, Dachböden und Waschküchen erfasst.

Die Polizei gibt Verbrauchern mit dem K-EINBRUCH-Level System ein Gütesiegel an die Hand, das ihnen beim Kauf einbruchhemmender Komponenten Orientierung bietet. Gute Produkte sollten ein K-EINBRUCH-Level aufweisen, das die Buchstaben A oder B enthält.

Vorteile K-EINBRUCH System

Nachteile K-EINBRUCH System

  • Schnelles Infosystem zum Schutz der Wohnung
  • Einfaches Orientierungs-System für Verbraucher
  • hoher Standardisierungsgrad
  • System noch nicht flächendeckend bekannt

Das bedeuten die Buchstaben des K-EINBRUCH-Levels

Die Skala des polizeilichen K-EINBRUCH-Levels reicht von den Buchstaben A+ bis C. Insgesamt gliedert sich das System in 6 Level, die in 3 Hauptgruppen zusammengefasst sind. An erster Stelle stehen dabei mechanische Sicherungen, die den Einbruchsversuchen des Täters Widerstand leisten. Aber auch elektronische Sicherheitssysteme finden Berücksichtigung.

K-EINBRUCH-Level A+: Produkte, die dem A+ Level entsprechen, sind Premium-Einbruchschutz-Lösungen, bei denen aufeinander abgestimmte mechanische Absicherungen mit elektronischer Überwachung kombiniert werden. Die Produkte müssen nach DIN- bzw. VdS-Normen zertifiziert sein.

K-EINBRUCH-Level A: Einbruchschutz-Lösungen nach K-EINBRUCH-Level A bieten eine nach DIN oder VdS zertifizierte mechanische Absicherung.

K-EINBRUCH-Level B+: Lösungen, die dem K-EINBRUCH-Level B+ entsprechen, sind ebenfalls mechanisch aufeinander abgestimmte Absicherungen in Verbindung mit einer elektronischen Überwachung. Im Gegensatz zu den A-Klassen müssen diese jedoch weniger strenge DIN- und VdS-Zertifizierungen nachweisen, wie aus der untenstehenden Gegenüberstellung hervorgeht.

K-EINBRUCH-Level B: Für die meisten Verbraucher am interessantesten ist vermutlich der K-EINBRUCH-Level B, der auch Nachrüstlösungen zum Einbruchschutz hinzuzählt. Im Gegensatz zum Level B+ entfällt hier die Kombination mit einer elektronischen Überwachung. Auch in dieser Kategorisierung können Verbraucher sicher sein, dass die Produkte eine DIN- bzw. VdS-Zertifizierung aufweisen.

K-EINBRUCH-Level C+: Produkte, die dem K-EINBRUCH-Level C+ entsprechen, bieten laut Polizei nur eine unzureichende Absicherung. In diese Kategorie fallen elektronische Alarmtechnik-Produkte, die über keine DIN- oder VdS-Zertifizierung verfügen.

K-EINBRUCH-Level C: Einbruchschutz-Lösungen, die dem C-Level zugesprochen werden, bieten einfache Maßnahmen ohne direkte Einbruchschutzwirkung. Darunter fallen z. B. Bewegungsmelder-Scheinwerfer oder Anwesenheitssimulationen.

K-EINBRUCH-Level im Vergleich – Unterschied zwischen Level A und B erklärt

Der Unterschied zwischen Level A und B ist, dass es sich bei Level-A-Produkten ausschließlich um Komplettelemente handelt, während es für Level B nachrüstbare Lösungen gibt.

In der untenstehenden Tabelle sind die wichtigsten Informationen zu den Schutzarten des K-EINBRUCH-Levelsystems noch einmal zusammengefasst, inklusive nötiger Zertifizierungen.

K-EINBRUCH-Level

Schutz-Typus

Mechanischer Schutz

Elektr. Überwachung

A+

Premium-Schutz

  • Fassadenelemente gemäß DIN EN 1627ff. Kategorie RC 3
  • VdS Klasse A

Einbruchmeldeanlage DIN VDE 0833-1/-3 Grad 2 oder VdS Klasse A

A

Premium-Schutz

nein

B+

Basis-Schutz

  • Fassadenelemente gemäß DIN EN 1627 ff., Kategorie RC 2
  • VdS Klasse N
  • Nachrüstsicherungen gemäß DIN 18104 bzw. VdS-anerkannt

Gefahrenwarnanlage DIN VDE V0826-1 mit EM-Funktion oder VdS Home

B

Basis-Schutz

nein

C+

Unzureichender Schutz

  • keine Maßnahmen

Nur Alarmtechnik mit oder ohne Zertifizierung

C

Unzureichender Schutz

  • Einfache Maßnahmen ohne direkte Einbruchschutzwirkung
  • keine Maßnahmen

Wohnung und Haus schützen mit Nachrüstlösungen

Nachrüstlösungen, die der Kategorie K-EINBRUCH-Level B und B+ zugeordnet werden, dürften für Bewohner von Wohnungen oder Hausbesitzer zu den interessantesten Produkten zählen. Sie zeichnen sich durch gleich mehrere Vorteile für den Nutzer aus:

  • echter mechanischer Widerstand bei Einbruchsversuchen
  • einfache Nachrüstung bei Bestandsimmobilien
  • sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • vorhandene Zertifizierung nach VdS oder DIN
  • stromunabhängiger Einbruchschutz, der auch im Katastrophenfall greift und vor Plünderungen schützt

Nachfolgend stellen wir K-EINBRUCH-Level B Produkte der Firma ABUS vor, mit denen Bewohner ihr Zuhause wirksam vor Einbruch schützen können.

Tür-Zusatzsicherung nach K-EINBRUCH-Level B

ABUS Tür-Zusatzschloss 7510: Das Zusatzschloss erhöht die Sicherheit von Eingangstüren. Schwerlastdübel und ein stabiler Ovalriegel aus Vollstahl setzen Einbrechern wirkungsvollen Widerstand entgegen. Auf der Innenseite des ABUS Tür-Zusatzschlosses 7510 befindet sich ein Drehknauf, mit dem Bewohner im Falle einer Flucht das Schloss schnell von innen entriegeln können. Der in Deutschland gefertigte Türriegel ist VdS zertifiziert und mit dem K-EINBRUCH-Level B Siegel der Polizei ausgezeichnet.

Fenster-Zusatzsicherung nach K-EINBRUCH-Level B

ABUS Fenster-Zusatzsicherung FTS206: Das Fenster-Schloss ABUS FTS206 sichert Fenster und Fenstertüren vor Einbrechern und Plünderern. Zum Einsatz kommt eine zweistufige Verriegelung. Die erste Stufe schützt vor Eindringlingen, während sich Bewohner im Haus oder der Wohnung aufhalten. Der Verriegelungsbolzen wird durch leichtes Andrücken per Hand in die erste Sperrposition gebracht. Die Sicherung lässt sich von Innen ohne Schlüssel öffnen. Das ist wichtig, wenn Bewohner zum Beispiel im Brandfall einen schnellen Fluchtweg über das Fenster benötigen.

Bei der zweiten Verriegelungsstufe wird der Verriegelungsbolzen bis zum Anschlag in die zweite Verriegelungsposition gedrückt. In dieser kann er nur noch per Schlüssel von innen entriegelt werden. In dieser Stellung leistet die Fenster-Zusatzsicherung ABUS FTS206 einen Einbruch-Widerstand von über einer Tonne Außendruck stand.

Die ABUS Fenster-Zusatzsicherung verfügt über Zertifizierungen und Auszeichnungen von VdS, SKG, DIN und ÖNORM. Es erfüllt den K-EINBRUCH-Level B der Polizei.

Gefahrenwarnanlage nach K-EINBRUCH-Level B+

SECVEST Touch Funk-Alarmanlage: Wer sein vorhandenes Zuhause zusätzlich mit einer intelligenten Alarmanlage absichern will, findet in der ABUS SECVEST Touch eine durchdachte Nachrüstlösung. Das Produkt kann mit mechatronischen Funk-Fenster- und Tür-Zusatzsicherungen zusammenarbeiten, so dass ein aktiver Einbruchschutz entsteht, der Einbrechern auch mechanischen Widerstand leistet. Die Alarmanlage ist VdS-Home-zertifiziert. Die Installation muss von einem geschulten Fachmann durchgeführt und regelmäßig gewartet werden. Bei der Wartung werden neue Funktionen und Sicherheitsupdates in das Alarmsystem eingespielt.

Präventive Sicherheitsmaßnahmen für den Einbruchschutz – 7 Tipps

Sicherheitsmaßnahmen erhöhen den Schutz vor Einbrechern. Ideal ist es jedoch, wenn Bewohner sich zusätzlich Verhaltensweisen angewöhnen, die ebenfalls einbruchhemmend wirken. Unsere folgenden sieben Tipps helfen dabei.

  • Tipp 1: Auch wenn die Wohnung oder das Haus nur für kurze Zeit verlassen wird, alle Fenster vor dem Verlassen schließen. Notfalls einen Erinnerungszettel an die Innenseite der Wohnungstür pinnen.
  • Tipp 2: Rollläden während des Tages nicht schließen. Geschlossene Rollos signalisieren Einbrecher, dass die Wohnung oder das Haus verlassen ist.
  • Tipp 3: Achten Sie beim Kauf von Einbruchschutz-Lösungen auf den von der Polizei eingestuften K-EINBRUCH-Level. Dieser sollte ein A oder B aufweisen.
  • Tipp 4: Sichern Sie Türen und Fenster mit Zusatzsicherungen, die Einbrechern mechanischen Widerstand entgegensetzen.
  • Tipp 5: Zweitschlüssel nie im Außenbereich verstecken. Einbrecher kennen alle Verstecke.
  • Tipp 6: Seien Sie misstrauisch gegenüber Fremden. Öffnen Sie Unbekannten nie bedenkenlos die Tür!
  • Tipp 7: Beim Verlassen der Wohnung oder des Hauses, den Schlüssel immer zweimal umdrehen.
Ulrich Klein

Alexa-Evangelist und Digital Native. Schrieb vor seinem Start bei home&smart als freier Technikjournalist und Redakteur für verschiedene Verlage und Redaktionen, u.a. T3 (Tomorrow's Technology Today), Süddeutsche Zeitung, connect, Handy Magazin, iBusiness oder magnus.de. Spricht fließend Alexa und testet gerne Geräte, die den Alltag smarter machen, wie intelligente Lautsprecher, eBook Reader, Tablets oder Bluetooth-Kopfhörer. Spezialthemen: Smartphones, Mähroboter, Einbruchschutz.

Mehr Sicherheit