LCN: Bussystem für die intelligente Smart Home Gebäudeautomation LCN - Local Control Network für Smart Building Gebäudetechnik

Mit LCN steht Bauherren ein kostengünstiges und intelligentes Bussystem für die Hausautomation zur Verfügung. Rückgrat des modular aufgebauten Local Control Network ist der LCN Bus, der die im Gebäude verteilten Module, wie Sensoren oder Aktoren, durch eine vierpolige Leitung verbindet. Diese übernimmt neben der üblichen Versorgung mit Wechselstrom, Phase, Neutral- und Schutzleiter auch die Übermittlung von Daten. In unserem Artikel erklären wir, wie LCN funktioniert und was es von anderen Bussystemen unterscheidet.

Mit dem LCN Bedien-Panel GT12 wird die Bedienung der LCN Smart Home Funktionen spielend einfach

Local Control Network (LCN) – das Wichtigste in Kürze

LCN ist ein Bussystem, das für eine intelligente Gebäudesteuerung eingesetzt wird. Bussystem bedeutet, dass die herkömmliche Stromvernetzung um einen Datenkanal erweitert wird. Das Local Control Network zeichnet sich durch folgende vier Eigenschaften aus:

  • Das Stromkabel erhält eine zusätzliche Ader, über das Daten transportiert werden
  • LCN nutzt Module, bei denen es sich um Mikro-Computer handelt, die für die Intelligenz zuständig sind und sich programmieren lassen
  • Die Module können mit Aktoren und Sensoren bestückt werden

Da die Intelligenz in den verschiedenen Modulen steckt, handelt es sich bei LCN um ein dezentrales Netzwerk.

Was ist LCN?

Das Local Control Network wurde ursprünglich von der Issendorff KG für den Bereich gewerblicher, industrieller und öffentlicher Gebäudetechnik entwickelt. Das 3-phasige Stromgabel ist durch eine vierte Kabelader erweitert. Jene Ader ist der LCN Bus und dient der Datenübertragung.

An den Datendraht werden LCN Module angeschlossen. Die Module können über den LCN Bus mit jedem anderen angeschlossenen LCN Modul in Verbindung treten, um Steuerungsaufgaben auszuführen oder Informationen abzufragen bzw. auszutauschen.

Damit die Bewohner die Smart Home Funktionen per Smartphone bedienen können, ist ein Gateway nötig, das via LAN oder WLAN die Verbindung zum Internet aufbaut.

Wo wird LCN eingesetzt?

Da das Local Control Network Eingriffe in die Hauselektrik benötigt, kommt es vorzugsweise bei gewerblichen Neubauten zum Einsatz. Natürlich ist ein LCN auch im privaten Bereich möglich. Allerdings sollten die Arbeiten immer von einem Elektroinstallateur oder LCN Fachmann vorgenommen werden. Nutzer profitieren dann von einem ausgereiften System, das auf einen langjährigen Einsatz in der Gebäudeautomatisierung oder Hausautomation zurückblicken kann.

Local Control Network – Die Vorteile im Vergleich zu anderen Smart Home Systemen

Ganz allgemein zeichnet sich der LCN Bus durch seine einfache Installation bei großem Funktionsumfang und hoher Flexibilität aus. Als leitungsgebundenes System für die Steuerung der Gebäudetechnik benötigt er eine entsprechende Verkabelung. Diese Voraussetzung beschränkt sich aber auf eine einzelne zusätzliche Ader neben der herkömmlichen Stromversorgung. Dafür bietet der LCN Bus eine höhere Störsicherheit als funkbasierte Smart Home Standards sowie eine reduzierte Umweltbelastung durch Elektrosmog.

Der LCN Bus lässt sich in bestehende Installationen besonders leicht integrieren, da er sich gut mit der konventionellen Gebäudetechnik verträgt. Abgesehen von der zusätzlichen Datenleitung unterscheiden sich die Anschlusskabel nicht von herkömmlichen Stromleitungen. Solange noch keine LCN Module installiert sind, lassen sich vorhandene Elektroartikel an den LCN Bus Leitungen ganz normal weiternutzen.

Wer bei anstehenden Renovierungen der Elektroinstallation die Basis für den vollen Ausbau der Heimautomatisierung schaffen will, braucht für die normale Stromversorgung lediglich Kabel mit einem zusätzlichen Leiter verlegen.

Die Installationskosten für die automatisierte Gebäudetechnik lässt sich auf einen beliebig langen Zeitraum verteilen, da sich die LCN Module nach Bedarf nachrüsten lassen. Die Anfangs-Investition beschränkt sich Großteils auf die Verlegung der vierpoligen Leitung.

Wie erfolgt die Programmierung von LCN?

Während bei moderneren Smart Home Systemen, Routinen und Szenen meist über App angelegt werden, ist für das LCN System die Programmier-Software LCN-PRO für Laptop oder PC notwendig, der über einen LCN-Koppler an das LCN Netzwerk angeschlossen wird. Da es sich um ein dezentrales System handelt, ist der Kopplungspunkt nicht festgeschrieben. Alternativ kann die Verbindung auch über den Buskoppler LCN-PKE erfolgen, der eine Brücke zum LAN oder WLAN erlaubt. Die Programmierung der LCN Module übernimmt in der Regel ein qualifizierter Elektriker, kann aber auch in Eigenregie erfolgen – sofern ausreichende Kenntnisse vorhanden sind.

Die Anpassung der Modul-Parameter kann mit der LCN-PRO Parametriersoftware entscheidend vereinfacht werden und bietet z. B. komfortable Drag & Drop-Funktionen. Für ein effizientes Gebäude-Management steht weiterhin das Globale Visualisierungs-System LCN-GVS zur Verfügung. Mit diesem können Gebäude-Manager LCN Systeme von überall aus steuern und visualisieren.

Welche Möglichkeiten bieten LCN Module?

Dank ihres universellen Designs sind auch die LCN Module sehr kostengünstige Lösungen. Folgende Eigenschaften zeichnen die LCN Module aus:

  • Jedes Modul kann prinzipiell als Sensor wie auch als Aktor eingesetzt werden und seine Funktionen sind programmierbar. Das verringert den Aufwand für die Entwicklung neuer Komponenten für den LCN Bus.
  • Zu den Funktionalitäten, die Nutzer bereits im Local Control Network realisieren können, gehören helligkeits- und temperaturgesteuerte Vorgänge. Diese lassen sich unter anderem zum Einsparen von Energie bei Heizung und Beleuchtung einsetzen.
  • Das automatische Öffnen und Schließen von Rollläden, Markisen und anderen Sonnenschutzeinrichtungen erfolgt mit der intelligenten Gebäudetechnik in Abhängigkeit von Sensorwerten oder auch zeitabhängig.
  • Mit dem LCN Bus können Bauherrn auch Lösungen für die Raumüberwachung sowie Zutrittskontroll- und Zeiterfassungssysteme aufbauen.
  • Im Zusammenhang mit Alarmsystemen ist LCN in der Lage, nach DIN-standardisierte Alarmmeldungen zu verarbeiten und darzustellen.
  • Ein besonderes Augenmerk verdient der verfügbare Funktionsumfang von LCN für die Lichtregie. Im System sind bereits 100 Lichtszenen pro Schaltkreis vorinstalliert.

Fazit zum Local Control Network – günstiges Bussystem fürs Smart Home

In der heterogenen und einem schnellen Wandel unterworfenen Welt des Smart Homes ist der LCN Bus eine bereits etablierte Lösung, die aus der professionellen Gebäudetechnik stammt. Insbesondere durch seinen geringen Installationsaufwand und die große Flexibilität, die einen stufenweisen Ausbau ermöglicht, bietet der LCN Bus auch für Eigenheimbesitzer Vorteile.

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homeandsmart.de Redaktion

Als Vordenker und Smart Home Fan der ersten Stunde, schrieb Kai bereits 2014 über IoT-Trends und testete als einer der ersten deutschen Nutzer eine große Anzahl an vernetzten Geräten. Kai begleitet als langjähriger Experte auch die home&smart-Redaktion. Bis heute genießt er täglich die Vorzüge seines professionellen Smart Homes und begeistert sich für alle innovativen Dinge im Internet.