Photovoltaik mieten als Kauf-Alternative Solaranlage ohne Anschaffungskosten: PV Miete statt Kauf

Trotz sinken Kosten für Photovoltaik, erfordert eine Solaranlage weiterhin eine hohe Investition. Zwar sinken die Stromkosten wesentlich, dennoch verfügen nicht alle Hausbesitzer über das notwendige Kapital für den Kauf einer PV-Anlage. Dabei besteht die Möglichkeit einer Solaranlage ohne Anschaffungskosten. Ob sich das lohnt und worauf zu achten ist, beantworten wir hier.

Bei einem Mietmodell fallen oftmals keine Anschaffungskosten an

Solaranlage ohne Anschaffungskosten - Das Wichtigste in Kürze

Eine Solaranlage ohne Anschaffungskosten stellt eine Alternative zum Kauf dar. 

  • Möglichkeit: Manche PV-Anbieter bieten neben dem Kauf auch das Mieten einer PV-Anlage an.
  • Kosten: Fangen bei rund 60 Euro im Monat an und gehen bis über 250 Euro hinaus, je nach Größe und Aufbau der Anlage.
  • Wirtschaftlichkeit: Es fallen zwar keine Anfangskosten an, doch auf lange Sicht ist das Mieten einer Solaranlage teurer als der Kauf.

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Was bedeutet Solaranlage ohne Anschaffungskosten?

Unter einer Solaranlage ohne Anschaffungskosten versteht man meistens das Mieten der Anlage. Der Betreiber darf Solarstrom erzeugen und diesen zum Eigenverbrauch und zur Netzeinspeisung nutzen. Der Photovoltaik-Anbieter behält dabei das Eigentum der Anlage und ist für die Installation, Wartung und Reparatur zuständig. 

Dieses Modell des Photovoltaik Mieten wurde von als Alternative zum herkömmlichen Kaufmodell entwickelt. Es zielt auf Interessenten an der Energiewende teilhaben möchte aber:

  • über kein Eigenkapital für den Kauf einer Solaranlage verfügen,
  • kein Bank- oder KfW-Kredit aufnehmen möchten oder
  • ein einfaches und sicheres Verfahren suchen.

Miet-Solaranlage: Der Unterschied zwischen mieten und pachten

Die Begriffe "Miete" und "Pacht" werden oft synonym verwendet, haben aber rechtlich gesehen unterschiedliche Bedeutungen. Mieter können Strom aus einer gemieteten Anlage nutzen, während Pächter Strom ins Netz einspeisen und die Gewinne behalten können. Dies entspricht den Vorschriften für Mietverträge von PV-Anlagen, die rechtlich als Pachtverträge gelten.

Wie funktioniert die Solaranlagen-Miete?

Wer eine Solaranlage mietet, schließt einen Mietvertrag mit einem Anbieter ab. Sie bestimmen die Leistung und Größe der Anlage und planen sie auf Grundlage der Bedürfnisse des Interessenten und örtlichen Gegebenheiten. Der Anbieter übernimmt die gesamten Anschaffungskosten und Installation der PV-Anlage. Darüber hinaus ist er für die Wartung, Reparaturen und Versicherung zuständig. Zudem nimmt er auch die Anmeldung der Photovoltaikanlage beim Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur vor.

Bei dieser Vereinbarung wird eine im Voraus vereinbarte monatliche Mietgebühr an den Anbieter gezahlt, ohne dass die mit dem Kauf einer PV-Anlage verbundenen Vorlaufkosten anfallen. Es ist wichtig zu wissen, dass der Vertrag in der Regel über 15 bis 20 Jahre läuft.

Kann ich Miet-Solaranlagen auch mit einem Batteriespeicher und einer Wallbox betreiben?

Damit sich das Mieten einer Solaranlage wirtschaftlich besonders lohnt, sollte man einen hohen Eigenverbrauch anstreben. Man kann also zusätzlich einen Stromspeicher mieten oder auch eine Wallbox, falls ein E-Auto vorhanden ist. So wird mehr von selbst erzeugtem Solarstrom im Haushalt verbraucht und die Ersparnis von Stromkosten fällt höher aus. 

Damit alle Anlagenkomponenten aufeinander abgestimmt sind, sollte man möglichst alle Bauteile beim selben Anbieter mieten.

Was kostet mich eine Solaranlage ohne Anschaffungskosten?

Die Kosten für eine Solaranlage ohne Anschaffungskosten liegen im Durchschnitt bei 60 bis 240 Euro im Monat. Welche monatliche Gebühr tatsächlich entsteht, hängt von der Größe und der Leistung der Photovoltaikanlage ab. Basistarife sind günstiger. Mietet man einen Stromspeicher oder eine Wallbox mit, steigen die monatlichen Kosten erheblich.

Werden Solaranlagen ohne Anschaffungskosten gefördert?

Wer eine PV-Anlage mietet, kann nicht vom Nullsteuersatz profitieren, der am 1. Januar 2023 zur Förderung von Photovoltaik eingeführt wurde. Dadurch zahlt man beim Kauf und Installation einer PV-Anlage und zugehöriges Zubehör keine Mehrwertsteuer. Miet-Solaranlagen haben Anspruch auf die Einspeisevergütung, sofern sie ans öffentliche Stromnetz angeschlossen sind.

Vor- und Nachteile einer Solaranlage ohne Anschaffungskosten

Der größte Vorteil einer Solaranlage ist, dass kein Eigenkapital notwendig ist. Betreiber müssen sich zudem nicht um die Installation, Wartung oder Reparatur der Anlage kümmern. Allerdings fallen die Gesamtkosten häufiger wesentlich höher aus als beim Kauf. Zudem ist das Angebot beschränkt, sodass Interessenten nur eine kleine Auswahl haben. Das erschwert auch Erweiterungen beispielsweise aufgrund des höheren Stromverbrauchs.

Vorteile Solaranlage ohne AnschaffungskostenNachteile Solaranlage ohne Anschaffungskosten
Kein Investition erforderlichHöhere Gesamtkosten
Übernahme der Anlage nach Vertragslaufzeit oft möglichGeringe Auswahl an PV-Komponenten
PreisstabilitätErweiterungen schwer bis unmöglich
 Gebunden an Vertragslaufzeit
 Keine Wertsteigerung der Immobilie

Lohnt sich eine Solaranlage ohne Anschaffungskosten?

Ob sich eine Solaranlage ohne Anschaffungskosten wirtschaftlich lohnt, hängt vor allem davon ab, wie viel Stromkosten man dadurch spart. Sicher ist, dass das Mieten einer Solaranlage langfristig teurer ist als der Kauf. Aus diesem Grund sollte man gründlich die Mietrahmen bestimmen und auf Wirtschaftlichkeit prüfen. Zwar tragen Mieter kaum Risiko, dennoch sollte eine PV-Anlage für Rendite sorgen.

Im Folgenden vergleichen wir beispielsweise den Kauf und das Mieten einer Solaranlage. Beim Kauf zeigen wir die Kosten mit und ohne Finanzierung.

Beispielrechnung: Vergleichen wir die Kosten des Kaufs und Mieten einer PV-Anlage mit einer Nennleistung von 10 Kilowatt Peak und einem Stromspeicher mit einer Speicherkapazität von 10 Kilowattstunden.

 Solaranlage mit Eigenkapital kaufenSolaranlage mit Finanzierung kaufenSolaranlage mieten
Anschaffungskosten28.000 €28.000 €-
Jährliche Wartungskosten250 €250 €-
Jährliche Versicherungskosten175 €175 €-
Austausch- und Reparaturkosten2.000 €2.000 €-
Zinsaufwand 7.500 € 
Monatliche Mietkosten--250 €
Jährliche Mietkosten--3.000 €
Vertragsdauer--20 Jahre
Übernahme--1 €
Gesamtkosten (nach 20 Jahren)38.500 €46.000 €60.001 €

Aus diesem Beispiel ist ersichtlich, dass eine Solaranlage mieten deutlich teurer ist als der Kauf. Trotz Finanzierung und Zinsaufwand lohnt sich der Kauf viel mehr als das Mieten. 

Solaranlagen ohne Anschaffungskosten oder doch lieber kaufen?

Dennoch entscheiden sich manche Interessenten für das Mietmodell. Deswegen haben wir zur besseren Übersicht eine Pro-und-Kontra-Liste bezüglich Mieten und Kaufen erstellt.

 MietenKaufen
Pro
  • keine Eigenkapital erforderlich
  • keine Kredit oder Darlehen erforderlich
  • Übernahme nach 20 Jahren Vertragslaufzeit möglich
  • Installation, Wartung, Reparaturen und Versicherung liegen beim Anbieter
  • geringere Gesamtkosten bzw. bessere Rendite
  • Förderungen möglich
  • unendliche Auswahl an PV-Komponenten
  • Wertsteigerung der Immobilie durch Eigentum der Anlage
Contra
  • geringere Rendite bzw. finanzieller Verlust wenn Anlage nicht übernommen wird
  • eingeschränkte Auswahl an PV-Komponenten
  • Gebunden an Vertragslaufzeit
  • Hohe Investition erforderlich
  • Laufende Kosten für Wartung, Versicherung und Reparaturen

Welche Anbieter gibt es für Solaranlagen ohne Anschaffungskosten?

Nachstehend listen wir einige Anbieter auf, die Solaranlagen ohne Anschaffungskosten anbieten.

DZ-4: Hier können Interessenten ein Rundum-Sorglos-Paket wählen. Die drei Optionen enthalten die Planung, Montage, Versicherung, laufende Verwaltung, Kundendienst und Überwachung. Es gibt auch die Möglichkeit zur Miete eines Überwachungssystems und/oder Stromspeichers. Die Vertragslaufzeit für die Miete einer Solaranlage beträgt 25 Jahre.

Eigensonne: Die Mietkosten für die Solaranlage betragen 69 Euro pro Monat bei einer Laufzeit von 20 Jahren. In den ersten zwei Jahren gibt es einen Rabatt von 15 Euro pro Monat. Für den nicht selbst verbrauchten Strom wird die Einspeisevergütung gezahlt. Reparaturen, Versicherung, Wartung und Formularservice sind als Leistungen bei der Anmietung der Solaranlage enthalten. Ob die Anlage am Ende der Laufzeit in das Eigentum des Kunden übergeht, ist nicht festgelegt.

Enpal: Komplette Solaranlage zu einem monatlichen Festpreis mieten. Die Kosten hängen von der Größe der Anlage und dem optionalen Speicher ab. Persönliche Beratung, Installation, Service, Wartung und Reparaturen inklusive. Die Vertragslaufzeit beträgt 20 Jahre und eine Übernahme der Anlage ist für einen symbolischen Euro möglich. Ansonsten stehen kostenlose Demontage und Entsorgung zur Wahl. Vorzeitige Rückzahlung und Kaufoptionen sind verfügbar.

Entega: Die Mietkosten für Solaranlagen beginnen bei 136 Euro, wobei der endgültige Preis von der Größe der Anlage und dem optionalen Speicher abhängt. Versicherung, Wartung und Reparaturen sind während der 18-jährigen Laufzeit inbegriffen. Für zusätzliche PV-Speicher gibt es einen Zuschuss von 400 Euro. Einspeisevergütungen sind vorgesehen.

Sunvigo: Hier schließt man einen Stromvertrag mit Sunvigo ab, anstatt eine Solaranlage zu mieten. Die PV-Anlage wird auf dem Dach installiert und alle technischen und bürokratischen Kosten sind abgedeckt, einschließlich Wartung und Steuern. Man zahlt keine Mietkosten und erhält eine Strompreisgarantie für 20 Jahre. Optional sind Batteriespeicher, Energiemanager und Wallbox erhältlich. Nach 20 Jahren geht die Solaranlage in den Eigentum des Betreibers über.

Yello Solar: Solaranlagen werden nicht zur Miete, sondern zur Pacht angeboten, Strom inklusive. Das System umfasst Beratung, Planung, Überwachung und Reparatur. Die Preise beginnen bei 1 Euro pro Monat für eine PV-Anlage. Zusätzliche Dienstleistungen wie ein Energiemanager und Speicher können hinzugebucht werden. Die Kosten hängen von der Anlagengröße und der Ausstattung ab. Die Laufzeit des Pachtvertrags beträgt 18 bis 20 Jahre, mit der Option auf eine Verlängerung auf 25 Jahre. Nach 25 Jahren geht die Anlage in den Eigentum des Betreibers über. Ein vorzeitiger Kauf ist nach 10 Jahren möglich.

Zolar: Miete einer komplett ausgestatteten PV-Anlage mit individueller Beratung und Planung. Inklusive Fernwartung und Vollkasko-Versicherung. Die Anmeldung der PV-Anlage wird übernommen. Flexible Zahlungsoptionen zur Senkung der monatlichen Kosten verfügbar. Der monatliche Mietpreis richtet sich nach der Anlagengröße und den zusätzlichen Komponenten. Zusätzliche Optionen wie zusätzliche Leistung oder Komponenten wie PV-Speicher können gegen eine Gebühr hinzugefügt werden. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren, bevor das Eigentum für einen symbolischen Euro übertragen wird oder eine kostenlose Deinstallation erfolgt. Vorzeitige Kündigung mit Sonderzahlungen möglich.

Was sollte ich bei der Solaranlage ohne Anschaffungskosten beachten?

Bei einer Solaranlage ohne Anschaffungskosten sollte man besonders auf den Anbieter und die Auswahl an PV-Komponenten achten.

Anbieter prüfen

Die Größe, der Kundenstamm und das Fachwissen des Anbieters wirken sich auf verschiedene Aspekte wie Reichweite und Leistung aus.

Große Anbieter verfügen in der Regel über eine umfassende Marktabdeckung und bieten Dienstleistungen in mehreren Regionen oder sogar im ganzen Land an. Außerdem verfügen sie über größere Teams von Monteuren und Handwerkern, was zu einem schnelleren Service und einer besseren Betriebsbereitschaft führt.

Ein Solaranbieter mit zufriedenen Kunden gilt als seriöser und hat seine Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt. Dies kann mehr Sicherheit bieten und unerwartete Probleme verringern.

Auswahl an PV-Komponenten

Hochwertige Solarstromanlagen haben einen höheren Preis. Anbieter von kostenlosen oder gemieteten PV-Anlagen verwenden möglicherweise minderwertige Komponenten.

Um die Vorteile Ihres Solarsystems zu maximieren und zukünftige Probleme zu vermeiden, ist es wichtig, auf qualitativ hochwertige Komponenten, insbesondere Solarmodule mit hohem Wirkungsgrad, von namhaften Herstellern zu achten.

Ein hoher Wirkungsgrad bedeutet, dass die Anlage mehr Strom erzeugt oder weniger PV-Module benötigt.

  • Monokristalline Solarmodule haben mit bis zu 22 Prozent den höchsten Wirkungsgrad und werden am häufigsten in Einfamilienhäusern installiert.
  • CIGS-Module und Polykristalline Solarmodule folgen mit einem Wirkungsgrad von etwa 16 bis 17 Prozent.
  • Dünnschichtmodule haben mit 7 Prozent den niedrigsten Wirkungsgrad.

Was passiert mit der Photovoltaikanlage nach dem Mietende?

Nach Ablauf der Mietvertrags ist meist eine Übernahme der Photovoltaikanlage möglich. Manche Anbieter bieten eine Vertragsverlängerung an. Wenn ein Betreiber keine dieser Optionen wünscht, bieten die Anbieter eine kostenlose Demontage und Entsorgung an. Es ist ratsam, sich bei Vertragsabschluss über die verschiedenen Optionen und Bedingungen beraten zu lassen.

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Stefano Fonseca

Stefano Fonseca ist erfahrener Ingenieur für Energie und Umwelt, der seine Leidenschaft für das Schreiben zum Beruf machte. Seine Leidenschaft sind Photovoltaik und Wärmepumpen Themen. Sein Ziel ist es, technische Informationen in verständliche Texte zu verwandeln.

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