Der Leitfaden zu mehr Cybersicherheit in den eigenen vier Wänden Kevin allein zu Haus 2021 – Cyberkriminalität im Smart-Home

Was wäre, wenn „Kevin allein zu Haus“ heute in die Kinos käme? Anstatt durch den Türschlitz zu spähen, würde Kevin wahrscheinlich einfach über sein Smartphone die Kameras im Haus überwachen und kontrollieren. Und anstelle von Glasmurmeln würde er die Räuber vielleicht mit einem Staubsaugerroboter attackieren. So toll die neue Technologie für zu Hause ist, so sehr kann sie auch selbst zur Gefahr werden.

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Eine neue Studie zeigt, dass 89 % der Deutschen Smart-Home-Geräte besitzt. Zu den beliebtesten gehören WLAN-Router/Internet-Hubs (74,4 %), Smart-TV (53,9 %), Spielkonsolen (31,7 %) sowie Smart-Lautsprecher (25 %). Besorgniserregend ist dabei, dass nur jeder Sechste laut Studie die Geräte ausreichend schützt. Das perfekte Ziel also für Angriffe durch Hacker.

Komfort vs. Risiko – ein gefährlicher Tauschhandel

Smart-Home-Geräte sammeln und senden Informationen, das liegt in ihrer Natur. Dies kann auf sichere Weise geschehen, z. B. durch eine verschlüsselte Nachricht, die Ihrer Heizung Anweisung erteilt, sich auszuschalten. Es können aber auch Sicherheitslücken entstehen, entweder durch schlechte und fehlende Verschlüsselung oder indem man selbst persönliche Daten preisgibt.

Die mit dem Internet verbundene Kamera an Ihrer Haustür kann Sie beispielsweise informieren, wenn ein Besucher da ist. Sollte aber ein Cyberkrimineller die Kamera hacken und zuschauen, könnte sie diesem zeigen, wann Ihr Haus leer ist oder wann Kinder allein zu Hause sind. 2019 wurden so etwa Dutzende von Amazons Ring-Geräten (Geräte zur Überwachung des Eingangsbereichs an Türen) geknackt.

So können Sie Ihr Smart-Home effizient schützen

Die Smart-Home-Geräte sind in den meisten Fällen mit dem Heimnetzwerk des Routers verbunden. Ein erster Schritt in Richtung mehr Sicherheit könnte es also sein, ein separates Netzwerk für Ihre vernetzen Geräte einzurichten. Das kann einfach durch Einrichten eines Gastnetzwerks auf dem Router passieren. Sollte ein Smart-Home-Gerät etwa durch ein Botnet angegriffen werden, kann der Angreifer nicht auf Ihre E-Mails oder Konten zugreifen, da die smarten Geräte mit ihrem eigenen in sich geschlossenen Netzwerk verbunden sind.

Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass die Zugangs-, Kontroll- und Übertragungsgeräte in Ihrem Netzwerk sicher sind. Dazu gehören etwa intelligente Lautsprecher, Ihr Router, Ihr Computer und Ihr Smartphone. Ihr Smartphone könnte, wenn es gehackt oder gestohlen wird, die Sicherheit Ihres gesamten Smart-Homes gefährden.

Hier einige praktische Tipps, wie Sie sich in Ihren eigenen vier Wänden vor Cyberbedrohungen schützen können:

Verwenden Sie sichere Passwörter: Herkömmliche Passwörter wie „meinPC26” oder „admin“ können Hacker in sekundenschnelle knacken. Machen Sie es Ihnen nicht so einfach und nutzen Sie komplexe Passwörter. Diese sollten aus mindestens 8 unterschiedlichen Zahlen, Ziffern und Symbolen bestehen. Gerade der Router wird häufig mit einem einfachen Passwort ausgeliefert. Hier empfiehlt sich besonders, dieses zu ändern, da der Router den Kriminellen Zugang zum gesamten Netzwerk gewährt. Die Passwörter sollten darüber hinaus auch einzigartig sein für jedes Konto.

Ziehen Sie die Firewalls hoch: Die meisten Router und Geräte haben eine vorinstallierte Firewall auf ihrer Hardware. Diese muss in den meisten Fällen vom User aktiviert werden. Stellen Sie sicher, dass all Ihre Geräte eine aktive Firewall besitzen.

Updates sind das A und O der Sicherheit: Wenn Ihr Gerät oder Betriebssystem Sie fragt, ob Sie es aktualisieren wollen, stimme Sie dem unbedingt zu. Durch die Updates werden neue Sicherheitsfunktionen installiert und bestehende Sicherheitslücken geschlossen.

Nutzen Sie die Möglichkeiten von Multi-Faktor-Authentifizierungen (MFA): Die Multi-Faktor-Authentifizierung ist eine zusätzliche Sicherheitsebene, die über ein einfaches Passwort hinausgeht. Bei der Authentifizierung muss eine Person jedes Mal, wenn sie versucht, sich auf einem Gerät anzumelden, einen zusätzlichen Identitätsnachweis erbringen. Dieser Nachweis kann in Form einer einmaligen PIN oder eines Verifizierungscodes erfolgen, der an Ihr Telefon oder Ihre E-Mail-Adresse gesendet wird. Die Person bestätigt dann, dass sie sich angemeldet hat.

Nutzen Sie einen VPN-Dienst: Ein VPN (virtuelles privates Netzwerk) ist die wohl einfachste und sicherste Methode, sich vor Cyberangriffen zu schützen. Mit einer modernen Verschlüsselungstechnik schützt es die digitale Privatsphäre und bewahrt Sie davor, von Hackern oder anderen Internetakteuren ausgespäht zu werden. Ein VPN lässt sich sogar auf dem Heimrouter installieren, so können alle im Haushalt befindlichen Smart-Home-Geräte geschützt werden. Es gibt heutzutage zwar viele verschiedene VPN-Anbieter, sie haben aber immer ihre eigenen Stärken und Schwächen. Die besten Deals bekommt man aber in der Regel bei den führenden Anbietern. Die NordVPN-Erfahrung wird beispielsweise von vielen Nutzern mit sehr guten Noten bezeichnet.

Informieren Sie sich vorab über das Smart-Home-Gerät: Stammt das Gerät von zuverlässigen Produzenten wie Samsung, Apple und Co.? Wie geht der Hersteller mit der Sicherheit Ihrer persönlichen Daten um und zu welchen Daten haben die Geräte überhaupt Zugang? Die Antwort auf diese Fragen finden Sie meistens in den Datenschutzbestimmungen. Lese Sie sich diese daher genauestens durch, bevor Sie etwas kaufen.

Schalten Sie Funktionen und Geräte aus, die Sie nicht verwenden: Wenn Sie nicht beabsichtigen, die Sprachaktivierung auf einem Gerät zu verwenden, sollten Sie das Mikrofon ausschalten, damit Ihre Gespräche nicht mitgehört werden, wenn Sie es nicht wollen. Wenn Sie die vernetzte Funktionen Ihrer Kaffeemaschine oder Ihres Backofens nicht nutzen, verwenden Sie das Gerät offline.

Wenn Sie sprachaktivierte Geräte wie intelligente Lautsprecher haben, ändern Sie das Aktivierungswort von „Hey, Google“ oder „Hey, Alexa“ in etwas, das nur Sie und Ihre Familie kennen. Auf diese Weise kann ein Eindringling Ihr System nicht ausnutzen, um an Ihre Daten zu kommen.

Denken Sie daran, dass jedes zusätzliche Gerät eine zusätzliche Möglichkeit für unwillkommene Internetakteure darstellt, in Ihr Netzwerk einzudringen. Es liegt an Ihnen, für jedes Gerät zu entscheiden, ob der erhöhte Komfort oder die Funktionalität, die es Ihnen bietet, das erhöhte Risiko wert ist.

homeandsmart Redaktion David Wulf

Smart Home Experte und seit der Gründung bei home&smart. Geschäftsführer und Redaktionsleiter mit Blick für die neuesten Marktentwicklungen, außerdem als Referent auf zahlreichen Messen & Events vertreten. Stets up to Date über die aktuellen Trends und Entwicklungen im Bereich Smart Home, E-Mobilität und Sprachassistenten. Die Frage nach dem vernetzten Leben von morgen ist sein Lebenselixir.

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