Wie erkennt man Überwachungs-Gadgets? Abhörgeräte und versteckte Kameras auffinden

Unternehmen, aber auch einige Privatpersonen, die von Organisationen als ›interessant‹ oder ›gefährlich‹ eingestuft werden, werden heute noch eher überwacht, als während der DDR. Das Tückische ist, dass sich die Technik änderte. Wussten etliche DDR-Bürger damals, dass ein vor der Tür parkendes Auto oder eine neue Blume in der Vase eine Abhörmaßnahme darstellen können, ist es heute fast unsichtbar möglich, Menschen und Unternehmen zu überwachen. Aber gibt es nicht doch Hinweise, die auf entsprechende Mittel hindeuten?

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Tipps für den privaten Haushalt

Leider ist gerade an Kameras die Zeit nicht vorübergegangen. Waren einstige Überwachungskameras noch so groß, dass praktisch ein Schrank um sie herum gebaut werden musste, können moderne Kameras mühelos Möbelschrauben, Leuchtmittel, Augen von Stofftieren, Bilder, Uhren u.v.a. ersetzen. Dies hat die Folge, dass das Auffinden wesentlich schwerer ist und der Laie die Kamera nicht findet, selbst wenn er direkt davor steht. Auch Privatpersonen, die einen Stalker haben, sind vor diesen Überwachungsmethoden nicht geschützt. Wer achtet schon darauf, was der freundliche Nachbar von nebenan macht, wenn er auf einen simplen Kaffee zur guten Nachbarschaft vorbeikommt? Um solche Kameras zu finden, hilft das Anti-Spionage-Gerät, welches jeder mit sich trägt – das Smartphone:

  • Was brauche ich? - die Kamera des Geräts, der Magnetometer-Sensor, der eingebaut ist, und eine App.
  • Vorwissen - Kameras werden an so offensichtlichen Orten platziert, dass sie unauffällig werden: Rauchmelder, TV-Geräte, Monitor, Bilder, Spiegel, Lampen, Küchengeräte oder Deckenventilatoren.
  • Per Kamera finden - die Smartphonekamera bietet Blicke an Orte, wo der Mensch nicht hinschauen kann. Zudem kann das Smartphone unsichtbare Strahlung erkennen, die auf dem Kameradisplay als weißes Licht gekennzeichnet wird. Infrarotkameras lassen sich so entdecken.
  • WLAN - Kameras bieten Schnüfflern nur Vorteile, wenn die Daten übertragen werden. Daher hilft auch der Check der WLAN-Verbindungen ringsherum. Welche Netzwerke tauchen auf? Welche Geräte werden je Netzwerk angezeigt? Viele Kameras verraten sich im Netzwerk durch ihren auffälligen Namen.
  • Blitzlicht - CNN meint, dass über das Smartphone-Blitzlicht eine Kamera enttarnt werden kann. Wer sein Smartphone auf die verdächtige Stelle hält, den Blitz betätigt, der kann mitunter die Reflexion der Linse entdecken.
  • App - Glint Finder heißt die App, die wohl dazu in der Lage sein soll, versteckte Kameras zu finden.

Doch wenn das Smartphone auch hilfreich ist, um Spionagemittel zu entlarven, so dient es selbst gerne als Spionagemittel. Die jetzt in die Öffentlichkeit getretene Software ›Pegasus‹ ist nur die Spitze des Eisbergs. Grundsätzlich muss das eigene Gerät geschützt werden:

  • Niemals unbeaufsichtigt - viele Menschen stellen ihr Gerät aus Bequemlichkeit so an, dass der Sperrbildschirm erst nach einiger Zeit aktiviert wird. Liegt das Gerät nun außerhalb des Blickfelds, so kann es mit Spionagesoftware geladen werden.
  • Apps - auch beim Installieren von Apps muss aufgepasst werden. Praktisch kann jedes, ohne einen Deckel auf dem Tisch liegendes Gerät über die Kamera zum Spionagetool werden. Ähnliches gilt natürlich für das Mikrofon, wobei diese auch nicht durch einen Schutzdeckel stummgestellt werden kann.
  • Anzeichen - der Akkuverbrauch mag darüber Auskunft geben, ob eine Spionagesoftware installiert wurde. Sinkt die Laufzeit markant oder wird da Gerät plötzlich unüblich heiß, so ist Vorsicht geboten. Spionage und Defekt sind nun beides möglich.

Auch Laptop- oder Computerkameras lassen sich mit entsprechenden Programmen als Spionage- oder Druckmittel nutzen. Daher sollten sie nicht nur ausgeschaltet, sondern abgedeckt werden, sofern keine Benutzung stattfindet.

Tipps für Unternehmen

Unternehmen müssen sich heute mit digitaler und traditioneller Spionage auseinandersetzen. Ihnen sind jedoch massiv die Hände gebunden, denn der Mitarbeiterschutz geht selbst bei einem begründeten Verdacht vor. Die sicherste Option für Unternehmen ist daher, eine Detektei mit entsprechenden Abhörschutztechnikern zu involvieren. Das Auffinden von Abhörgeräten ist keine normale Detektivarbeit und normale Detektive sind dafür nicht qualifiziert; deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, dass die ausgewählte Detektei einen eigenen ‚Technischen Abschirmdienst‘ mit speziell ausgebildeten Abhörschutztechnikern hat, wie zum Beispiel die Lentz Detektei in Düsseldorf die auch bundesweit tätig ist.

  • Möglichkeiten – die Detektei wird die Räumlichkeiten untersuchen und feststellen, ob auf diesem Weg eine Überwachung stattfindet. Zugleich wird die IT geprüft. Nicht selten verbergen sich auf den Geräten selbst Spionagesoftwares, von denen bislang weder Unternehmen noch Mitarbeiter etwas wussten.
  • Überwachung – Detekteien wissen, wie Geschäftsräume und Büros rechtssicher überwacht werden können. Arbeitgeber selbst bewegen sich diesbezüglich nämlich oft auf unsicherem Grund.
  • Einschleusen – zugleich können Detekteien ›Praktikanten‹ einschleusen, die vor Ort auf Spurensuche gehen.

Wichtig ist, dass ausschließlich qualifizierte Detekteien beauftragt werden. Der Detektivverband gibt gerne Adressen hinaus. ›Hobbydetektive‹ sind nicht selten Scharlatane, die sich selbst nicht an die Regeln halten. Und das ist problematisch, denn ein falsch gewonnener Beweis hat vor Gericht den Wert einer leeren Tüte.

Wie einfach lässt sich heute spionieren?

Jeder hat den Spruch schon einmal gehört: Die Stasi wäre in entzückte Erregung versetzt, wenn sie die heutigen Möglichkeiten damals schon gehabt hätte. Das stimmt, denn nicht nur gibt jeder über soziale Medien unzählige Dinge über sich preis, auch die Geräte helfen der Spionage auf die Sprünge:

  • Mikrofone – Smartphones, Laptops, Smarthome-Geräte – sie alle besitzen Mikrofone und können praktisch jedes Wort aufzeichnen und mithören.
  • Kameras – auch sie sind heute gängig, denn kein Smartphone oder Laptop kommt ohne Kamera zum Kunden. Ohne eine entsprechende Sicherung wird die Kamera zur Waffe.
  • Netzwerke – wer sein Netzwerk nicht schützt, der braucht sich tatsächlich nicht zu wundern, wenn Smart-Home-Geräte oder der Haushalt ausspioniert werden. Gerade die Praxis, das Routerpasswort, welches praktisch hinten auf dem Router steht, zu verwenden, ist tückisch. Jeder kann binnen weniger Sekunden ein Foto von dem Passwort machen und hat nun Zugriff auf das Netzwerk.
  • Unachtsamkeit – Apps sind tatsächlich ein Problem. Warum sollte eine simple Wetter-App Zugriff auf Mikrofon, Kamera, Telefonbuch und Speicher erhalten? Während der Standort natürlich wäre, sind es die anderen Attribute nicht. Betrüger könnten über diese App nun Zugriff auf Gespräche und Szenen, die lieber hinter verschlossenen Türen bleiben, erhalten.
Laptop zeigt rote Piratenflagee für Online Spionage

Fazit – der Spion lauert hinter der Tür

Spionage war einst Betrügern, dem Staat und Verbrechern vorbehalten. Heute sieht es ganz anders aus. Etliche Stalkingopfer berichteten schon, dass der Stalker stets alles wusste und sie beobachtete. Die neue Technik macht es möglich, denn wer kommt schon darauf, dass sich in der Deko im Schlaf- oder Wohnzimmer eine Kamera versteckt? Oder in der Deckenlampe des Bades? Unternehmen haben diese Probleme noch auf einer wesentlich ärgeren Ebene, denn bei ihnen können Betriebsgeheimnisse und Planungen gestohlen werden. Detekteien helfen nun dabei, die Schwachstellen zu finden, sie zu beheben und eine verbesserte Sicherheitsstruktur aufzustellen.

homeandsmart Redaktion Samira Kammerer

Teil des Gründerteams, von Anfang an mit viel Herzblut dabei. Verantwortliche für das Ressort E-Mobilität bei homeandsmart. Zu ihren Lieblingsthemen zählen außerdem smarte Gadgets, Fitness-Tracker und intelligente Haushaltsgeräte. Als Digital Native vor allem auf Pinterest und Instagram unterwegs.

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