Funkverbindung Technologien Drahtlose Verbindungen im Überblick: Die Möglichkeiten

Mittlerweile gibt es viele Arten elektronischer Leitungen. Waren früher für die Übertragung von Signalen noch echte Leitungen notwendig, funktioniert das heute recht problemlos auf dem drahtlosen Wege. Doch welche drahtlosen Verbindungen gibt es und wofür werden sie eigentlich genutzt? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

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WLAN

Es gibt wohl nicht wenige Menschen, die WLAN als den Heiligen Gral der neueren Zeit betrachten. Anstelle von unzähligen Kabeln, die teils von Steckern quer durch den Raum gezogen werden mussten, zu wenigen Steckplätzen für zu viele Geräte, reicht heute voll und ganz ein WLAN-fähiges Gerät samt Browserpasswort aus. Aber wie funktioniert WLAN eigentlich?

  • Funktion - WLAN gehört zu den Funknetzen, genauer gesagt der Familie IEEE-802.11. WLAN wird auch als WiFi bezeichnet, wenn auch der zweite Begriff nur die Zertifizierung bezeichnet. Via WLAN können Signale über größere Entfernungen mit hoher Geschwindigkeit verbreitet werden.
  • Notwendigkeiten - für die Nutzung des WLANs ist ein Router notwendig, der den Wireless Access Point darstellt und erhaltene Daten an Clients, also Geräte weitergeschickt - und umgekehrt.
  • Nutzung - WLAN ist den meisten aus dem Internetbereich bekannt. Hier trumpft das Funknetzwerk eben durch die nicht notwendigen Kabelverbindungen auf und erlaubt es, verschiedene Geräte mit einem Router zu verbinden.

Generell lässt sich das Signal heute aber nicht mehr nur auf dem üblichen Wege verbreiten. Über spezielle Adapter kann das Signal auch über die Steckdosen und Stromleitungen zu einer weiteren Steckdose mit Adapter geschickt werden. Dieser Adapter bereitet das Signal nun wieder WLAN-fähig für Geräte auf.

Bei aktivem WLAN wird dauerhaft ein gewisses Maß an WLAN Strahlung abgegeben, was daher rührt, dass Geräte und Router immer wieder Daten austauschen oder abgleichen. Empfindliche Personen können bei vielen sich im WLAN befindlichen Geräten durchaus unter Kopfschmerzen leiden.

Bluetooth

Bluetooth wurde 1990 entwickelt und diente als Industriestandard für Datenübertragungen über eine gewisse Distanz hinweg. Somit gehört Bluetooth zu den Funktechniken. Abgeleitet wurde der Name vom ersten dänisch- und norwegischen König Harald Bluetooth, dessen Initialen das heutige Bluetooth-Emblem ergeben. Und heute?

  • Einsatzgebiete - Bluetooth wird mittlerweile überall dort eingesetzt, wo auch kleinere Geräte miteinander kommunizieren können. Smartphones können so Daten austauschen, externe Kopfhörer lassen sich anschließen.
  • Probleme - die Funkfrequenzen sind recht störanfällig, gerade dann, wenn sich andere Funktechnologien in der Umgebung befinden. Das liegt an dem oft gleichen Frequenzbereich. Um den Störungen entgegenzuwirken, springt Bluetooth während der Verwendung innerhalb von 79 Kanälen.
  • Sicherheit - ohne eine dynamische Schlüsselvergabe ist Bluetooth recht angreifbar und kann abgehört werden. Über PIN-Eingaben und einer guten Absicherung der über Bluetooth verbundenen Geräte lässt sich dieses Problem jedoch gut lösen.

Diese Technologie erlaubt es auch Laien innerhalb kürzester Zeit beispielsweise Raumklang-Systeme aufzubauen und einzurichten. Da alle Lautsprecher nur noch via Bluetooth mit der Hauptquelle verbunden werden müssen, fällt das umständliche Kabelverlegen weg. Dafür sollte auch hier stets darauf geachtet werden, ob Bluetooth Strahlung schädlich ist, wenn sie im Haushalt überhandnimmt.

Insgesamt sind diese drahtlosen Technologien zwar im Einzelnen unbedenklich, aber durch die schiere Menge können empfindlichere Personen in manchen Fällen im Alltag leicht beeinträchtigt werden. Daher gilt, sie bewusst einzusetzen und individuell damit umzugehen.

Infrarot

Die Infrarottechnik ist wohl die drahtlose Verbindung, die jeder völlig gedankenlos und unwissentlich benutzt. Schon der bloße Wechsel des TV-Kanals basiert auf Infrarot. Verlassen wir das Haus, erfahren wir ebenfalls Infrarotstrahlung. Physikalisch wird unter Infrarot eine elektromagnetische Strahlung in einem Frequenzbereich verstanden, die wir gerade noch wahrnehmen können. Allgemein lassen sich mit Infrarotlicht Dinge sichtbar machen, die sonst nicht sichtbar wären. Deshalb kommt die Technik auch in Nachtsichtgeräten vor. Dies ist für den Alltag natürlich nicht von Interesse. Wir benutzen Infrarot eher für:

  • Elektronik und Computertechnik – von der über einen USB-Adapter angeschlossenen Computermaus über Game-Controller bis hin zur schlichten TV-Bedienung und der Fernsteuerung einiger Modellautos: Infrarot ist immer mit im Spiel.
  • Fotografie – mit Infrarotfilmen lassen sich besondere Aufnahmen gestalten. Wer kennt die Fotos, auf denen der Himmel schwarz, das Gras oder die Hecke jedoch weißlich erscheinen? Dies sind Infrarotaufnahmen.
  • Heiztechnik – es fing an mit Infrarotlampen, die Personen mit Muskel- und Gelenkschmerzen empfohlen wurden. Mittlerweile gibt es ausgeklügelte Infrarotheizungen, die zwar auch über Strom laufen, doch völlig anders als andere Heizsysteme heizen: Sie geben Infrarotstrahlung ab, die Wärme erzeugt, wenn die Strahlen mit Gegenständen oder Menschen in Berührung kommen. Statt also die Luft an sich zu erhitzen, wärmt die Infrarotheizung die feste Materie im Raum.
  • Haussanierung – im Vorfeld von Sanierungen, aber auch beim Bau eines Hauses kommt die Infrarottechnik in Form von Wärmebildkameras ins Spiel.

Dies ist nur ein kleiner Einblick in die Bereiche, die im Alltag mit Infrarot im Zusammenhang stehen.

Funk

Mit Ausnahme von der Infrarottechnik basieren alle vorgestellten Techniken auf Funk. Die »andere« Funktechnik gibt es natürlich immer noch und sie wird nicht selten mit neueren Funktechniken gekoppelt:

  • Repeater – wer sein WLAN-Signal im Haus über einen Repeater verstärkt und weiterträgt, der greift in der Tat auf einen Funkadapter zurück.
  • Türöffner – wer ein elektrisches Garagentor besitzt, der nutzt eine Fernbedienung, die auf der Funktechnologie basiert. Dasselbe gilt für Alarm- oder Lichtsysteme, die mit einer Fernbedienung bedient werden können. Oft werden diese Systeme heute aber auch in Smarthomes eingebunden und somit online gesteuert.
  • Modelle – der Modellflieger, das Modellauto, der Rennwagen des Nachwuchses: Die Fernbedienungen der Geräte nutzen, wenn nicht Infrarot im Spiel ist, Funksignale zur Steuerung. Die vorhandene Antenne offenbart das rasch.

Allgemein zeichnet sich die einfache Funktechnologie über den sichtbaren Empfänger in Form einer Antenne aus. Bei den weiteren Funktechnologien existiert der Empfänger zwar ebenso, doch ist er als Chip oder Mikroempfänger unsichtbar verbaut.

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Fazit – drahtlos = Funk

Viele Menschen sind immer wieder überrascht, dass auch das WLAN im eigenen Haus ein Funknetzwerk darstellt und durchaus mit dem typischen alten Funkgerät vergleichbar ist. Natürlich werden bei den neuen Technologien ganz andere Daten in weitaus höheren Geschwindigkeiten übertragen, doch die klassische Technik hat weiterhin ihre festen Einsatzgebiete.

Ein Sonderfall ist Infrarot, da es nicht allein der Signalübertragung, sondern auch der veränderten Darstellung oder sogar Erhitzung dient.

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homeandsmart Redaktion Samira Kammerer

Teil des Gründerteams, von Anfang an mit viel Herzblut dabei. Verantwortliche für das Ressort E-Mobilität bei homeandsmart. Zu ihren Lieblingsthemen zählen außerdem smarte Gadgets, Fitness-Tracker und intelligente Haushaltsgeräte. Als Digital Native vor allem auf Pinterest und Instagram unterwegs.